Archiv für April 2008

hip-hop chess – kleiner teaser

hip hop schach vom alten rza

Also hat sich RZA, der alte Schlaks, etwas Neues ausgedacht, um die Zeit tot zuschattenboxen. Hip Hop Schach soll Jugendliche dazu bringen erst nachzudenken und dann…schnarch.

der 4te der „10 unfickbaren sonntagsfakten“ – ich such mal bei gelegenheit, klingt doch recht schmuf …
np: rza – flying birds

zitat der woche

Wer einen Zug zurücknimmt, der klaut auch Brieftaschen.

(william fenton)

der deutsche arbeiterschachbund (1912)

Die sozialistische Arbeiterbewegung, angetreten im Bestreben, die Früchte der gesellschaftlichen Arbeit allen zugute kommen zu lassen, entwickelte ihrerseits von unten die Ansätze einer proletarischen Gegenwelt, in der zumindest in der kargen Freizeit die künftige freie Selbstentfaltung antizipiert werden sollte. In diesem Rahmen entstand auch eine Arbeiterschachbewegung.

so pathetisch, so gut. doch die „Die Reinheit der Klassenbewegung“ weiss durchaus noch interessantes zu erzählen:

Über die von ihm dargelegten allgemeinen Motive für die Schaffung einer Arbeiterschachbewegung waren sich alle einig. Schachspielen sei für die Proletarier die edelste und zugleich billigste Unterhaltung. Damit könne das geisttötende Glücksspiel ebenso wie der Alkoholgenuss zurück gedrängt werden. [hehe]

Ein Anschluss an die „bürgerlichen“ Vereine komme nicht in Frage. Auch das war nicht umstritten. Oehlschläger verlangte aber nicht nur gleichzeitige Mitgliedschaft jedes Mitglieds eines dem Arbeiterschachbund angeschlossenen Vereins in Gewerkschaft und sozialdemokratischer Partei, sondern auch die Verabschiedung eines Passus in den Statuten, der die Mitgliedschaft von Kleinbürgern und Kleingewerbetreibenden ausschließt. Nicht nur sei die genaue Grenze zwischen kleinem und größerem Bürger schwer zu ziehen, vor allem seien es doch gerade die Krämer und Kleingewerbetreibenden, die immer gegen Streiks und gegen die Arbeiterbewegung im Klassenkampf hetzen. Wenn, so fügte er hinzu, die Delegierten nicht bereit seien, sich klar und eindeutig auf den Standpunkt der modernen Arbeiterbewegung zu stellen, dann stehe die Gründung des Verbands selbst in Frage.

solch knallharte klassentrennung muss freilich festgeschrieben sein um die erhoffte revolutionäre und gleichzeitig antireaktionäre wirkung entfalten zu können:

Oehlschläger konnte durchsetzen, dass Mitgliedschaft in Gewerkschaft und SPD Voraussetzung für die Mitgliedschaft in Arbeiterschachvereinen wurde. Die ausdrückliche Ausgrenzung des kleinbürgerlichen Elements jedoch wurde durch einen Passus ersetzt, der nun wie folgt lautete: „Von der Aufnahme ausgeschlossen sind Personen und Vereine, die Gegner der Ziele und Bestrebungen der modernen Arbeiterbewegung sind.“ Die Gründung des Deutschen Arbeiterschachbunds war am 8.April 1912 jedenfalls glücklich vollzogen.

was daraus wurde, nun ja:

In der Blütezeit umfasste der deutsche Arbeiterschachbund ca.12.000 Mitglieder1, mehr als der offizielle DSB hatte. Nach dem 1.Weltkrieg, im unruhigen Revolutionsjahr 1919, wurde der Antrag der Linken, alle Rechtssozialisten auszuschließen mit 4:1 abgelehnt. Die Spannungen zwischen Kommunisten (USPD/KPD) und Sozialdemokraten, als Rechtssozialisten bezeichnet, führten jedoch 1928 in Deutschland im Gegenzug dann zum Ausschluß von ca. 700 Kommunisten und zur Spaltung. [quelle]

… folgen sollten 1933 auflösung bzw. zusammenlegung aller deutschen vereine unter staatlicher obhut. das deutsche arbeiterschach nahm damit sein vorläufiges ende. doch nicht der nationalsozialismus ist schuld an seinem niedergang, wie auch oehlschläger anzudeuten wusste:

Bruderkampf, Bruderzwist will sich in unseren Reihen breitmachen. Ist das vielleicht das Schicksal jeder Arbeiterorganisation, dass man sie nutzbar machen will einer Parteiparole und dabei die Organisation zersetzt?

  1. Der Höhepunkt war 1926: in 439 Vereinen spielten 12.000 Mitglieder des Arbeiterschachbundes. [zurück]

ps: die informationen aus dem artikel der sozialistischen zeitung gibt es auch noch ausführlicher in vortrags- (als doc und html) und schöner in präsentationsform (als ppt) von arndt willeke, auf dessen seite auch etwas zum heutigen arbeiterschach zu finden ist.

schachpsychologie #1

Da haben wir, was vielen zur Leitschnur dienen mag, den Bericht von dem Zweikampf des gefürchteten Kaffeehausspielers Burletzki überliefert bekommen, der, es soll im Jahre 1908 gewesen sein, aber die Erinnerung daran will nicht verblassen, mit dem süddeutschen Meister Köhnlein einen Wettkampf auf 6 Gewinnpartien ausmachte. Er ging mit starkem Selbstvertrauen und Ichgefühl in den Kampf, aber die erste Partie gewann Köhnlein.

Burletzki: „Ich habe einen dummen Fehler gemacht.“
Die zweite Partie gewann Köhnlein.
Burletzki: „Alle Partien kann man nicht gewinnen.“
Die dritte Partie gewann Köhnlein.
Burletzki: „Ich bin heute nicht in guter Form.“
Die vierte Partie gewann Köhnlein.
Burletzki: „Er spielt nicht schlecht.“
Die fünfte Partie gewann Köhnlein.
Burletzki: „Ich habe ihn unterschätzt.“
Die sechste Partie gewann Köhnlein.
Burletzki: „Ich glaube, er ist mir ebenbürtig.“

(aus: Beheim-Schwarzbach, Lobrede auf die Besiegten, in Knaur’s Schachbuch)

HARD CORE PAWN (leser/innenaquise #2)

danke für die werbung

… schön schachige schneckenschummelei bei schneck.

leser/innenaquise #1

kleiner teaser zum einstimmen

matt in einem(!) zug, also ran da:

(kleiner test, auch was die kategorie angeht. wer unter 2min braucht oder einfach so zu gut ist ist doch bitte so nett und wartet probleme anderer schwierigkeiten ab (denn keine angst, die kommen! für diese und andere noch zu klärende dinge lass ich auch erstmal die tolle shoutbox stehen.)

c4

um einem der gängigsten vorurteile über blogsport – nämlich „unter dem Deckmantel des Begriffes “Sport” eine Plattform für die Bagatellisierung von pathologischen Persönlichkeitsstörungen“ zu betreiben – entgegenzutreten bin ich nun auf den plan getreten. definitiv wird es hier um schach gehen, nicht etwa um cut ups, pasties und ähnlichen neumodischen kram.

… dauert aber alles noch a bissl, solange schaut’s mal besser hier: